Balancieren am Abgrund – Ergebnis einer Nahtoderfahrung

Mit 14 Jahren wäre ich beinahe gestorben.

Tatsächlich ist damals ein Teil von mir gestorben, und ich bin als ein verändertes Wesen zurückgekommen. Es war eine Nahtoderfahrung. Viele Menschen, die eine Nahtoderfahrung haben (engl. „near death experience“ oder „NDE“), berichten von Tunneln und Lichterscheinungen und Personen, die ihnen nahe standen und sie an der Schwelle „abholten“.

Ich kann das nicht bestätigen, denn ich kann mich mental an die genaue Situation nicht mehr erinnern. Ich habe sie aus meinem kognitiven Gehirn verbannt, eingesperrt, wahrscheinlich werde ich sie eines Tages hervor holen, wenn die Zeit dafür gekommen sein wird.

DIE FRAGE AN DER SCHWELLE

Woran ich mich aber erinnern kann, ist, dass ich gefragt wurde, ob ich tatsächlich in diesem Leben bleiben wollte. Die Krankheit, an der ich beinahe gestorben wäre – eine virale und bakterielle Lungenentzündung mit anschließender Blutvergiftung – war mir als Wahlmöglichkeit geschickt worden. Um sicher zu stellen, dass ich wirklich aus freien Stücken bleiben wollte. Denn die nächsten 7 Jahre wären eine Abwärtsspirale aus Ereignissen, die dann im Zusammenbruch meines Lebens gipfeln würden.

Es war eine Kakophonie von vielen Stimmen, die mit mir gesprochen hat. Sie waren aber für mich deutlich vernehmbar in meinem Fiebertraum. Etwas ungläubig versicherten sie sich mehrmals, dass ich wirklich sicher war, bleiben zu wollen, denn der Übergang und ein neues Leben wären unter Garantie der leichtere Weg gewesen. Aber ich wollte bleiben. Ich hatte das Gefühl, es meiner Familie schuldig zu sein, und ich wollte nicht, dass meine Mutter über meinen Tod verzweifeln und sich selbst als Ärztin die Schuld geben würde. Die Stimmen akzeptierten meine Entscheidung, beschlossen aber, mir etwas „mitzugeben“, damit die kommenden Jahre irgendwie erträglich werden sollten. Dieses etwas war der Tarot.

BILDER FÜR DIE SEELE

Tarotkarten machen die Bilder in unserem Gehirn sichtbar, die uns am meisten beschäftigen. Sie sind eine Art Maschine, die Ströme in Bildersprache übersetzt. Sie kommunizieren mit unserem Unterbewussten und Unbewussten. Dinge, die tief verborgen sind, deren Existenz wir nicht gekannt haben, werden so erfahrbar gemacht.

Ich erinnere mich genau an das Buch, das mir während meiner Rehabilitationsphase in die Hände fiel. Es handelte von einem Mädchen, das mittels der Karten begann, sich an ein früheres Leben zu erinnern. Anfang der 1990-er Jahre war es in einer Kleinstadt kein einfaches Unterfangen, Tarotkarten zu finden. Kaum jemand wusste, wovon ich sprach, als ich versuchte, in der nächsten Buchhandlung ein Päckchen zu bestellen (das Internet hatte uns noch nicht beglückt…).

Um die fruchtlose Wartezeit zu überbrücken, machte ich mir aus einem alten Päckchen Spielkarten, Tarotkarten, indem ich sie mit weißem Papier überklebte und die jeweiligen Titel der Tarotkarten auf das Papier schrieb. Interessanterweise empfiehlt heute, mehr als 25 Jahre später, eine von mir sehr geschätzte Expertin auf diesem Gebiet exakt diese Vorgehensweise, um höchstpersönliche Orakelkarten zu erschaffen.

Viele Jahre lang dienten mir die Karten auf ihre Weise, bereicherten mein Leben und unterstützten mich in harten Zeiten. Bis heute hole ich mein Lieblingsdeck manchmal hervor, wenn ich das Gefühl habe, ein Bild zu brauchen. Es fällt mir oft leichter, Situationen oder Menschen über Bilder zu verstehen, und bis heute erkläre ich Konzepte in Bildern.

VON DEN BILDERN ZU DEN STERNBILDERN

Astrologie ist für mich eine Art Verfeinerung der Bildersprache. Ich erfasse Mars nach wie vor als Kriegergestalt, gekleidet in einen roten Panzer aus Eisen, das Schwert blutgetränkt, die Arme nach vorne gestreckt, die Beine in einer stabilen Position, um sich beim Kampf gut im Gleichgewicht halten zu können, die Augen glühend vor Tatendrang, der Wille zu erobern, zu beherrschen, zu zerstören, die Lust an Feuer und Krieg, an Wildheit. Rohheit und an archaischen Strukturen. Das ist der Prototyp eines Kämpfers, der auf dem Schlachtfeld nach vorne stürmt, ohne Rücksicht auf Verluste zuschlägt und auch einstecken kann. Er opfert sich ohne zu zögern für seinen Eroberungsdrang, er kämpft bis zum letzten Atemzug.

Allerdings kann Mars je nachdem, wo er sich im Horoskop gerade aufhält, unterschiedliche Ausprägungen annehmen. Dh das Bild meines Mars ist nicht statisch. Im Gegenteil, es ist ständiger Veränderung unterworfen. Mein kämpferischer Mars kann auch einmal als strategischer Feldherr auftreten, stark, besonnen, vorausschauend. Cäsar, der seine Truppen auf der Karte bewegt, bevor er die Marschbefehle erteilt. Es schmälert nicht seinen Willen, aber es ändert seine Art, ihn durchzusetzen.

Mars ist eigentlich nie wirklich am Rückzug, aber wenn Familie sein primärer Fokus ist, wird er mehr als Verteidiger auftreten, denn als Eroberer. Auch dieser Mars kämpft bis zuletzt, um die Menschen, die ihm nahe sind, zu beschützen. Er wird sich in seinem Aussehen und Handeln deutlich vom archaischen, reinen Bild des Mars unterscheiden, ebenso wie von Mars als Feldherr.

Würden Sie nicht auch gerne wissen, wie Ihre einzelnen Anteile so „ticken“? Welche Spielwiese Ihr Mars braucht, um sich wohlzufühlen, seinen Kampf zu gewinnen? Und Ihre Venus, Ihre Bindungsfähigkeit? Was hilft ihr, sich zu entspannen, ins Gleichgewicht zu kommen? Und was ist mit Ihrer Disziplin, Ihrer Vorausplanung, Ihrem Durchhaltevermögen? Und Ihrer Kommunikationsstrategie?

Wagen Sie gemeinsam mit mir den Blick auf Ihre Anteile?

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